12. Juli 2018
"Hier sieht's ja aus wie in Deutschland!", ruft Anja aus, erwundert und auch ein bisschen enttäuscht. Dass Südfrankreich nicht uniform und nicht überall provençalisch ist, war uns spätestens in den Cevennen klargeworden. Aber muss es deshalb gleich wie im Schwarzwald sein, mit dichten, dunklen Nadelwäldern, tief eingeschnittenen Tälern und saftig grünen Wiesen? Vor Lodève, wo wir - siehe den vorherigen Blogeintrag - ein paar Tage gefaulenzt hatten, waren wir über heiße, karstige...
01. Juli 2018
Hinter den Frostglastüren des Schrankes im Schlafzimmer ahnt man die hängenden Kleider und Blusen und die gestapelten Pullover von Madame Sandy. Umgeben vom Modeschmuck schmunzeltf5 ein Buddha von der Kommode, das Bad ist vollgestellt mit ihren Parfums und Kosmetika, das Bücherregal gibt Auskunft über Sandys literarischen Geschmack. Im Kinderzimmer, in dem wir unsere Rucksäcke lagern und später den Wäscheständer aufstellen, wohnen offenbar zwei Jungs, die zwischen acht und zwölf sein...
26. Juni 2018
Ausruhtag in Valence, Bummel durch die Altstadt. Zwischen den bunten Sonnenschirmen der unzähligen Cafés und Brasserien schlendert man vorbei an hippen Second- Hand Boutiquen, witzigen Lädchen junger französischer Designer, schicken Taschengeschäften und originellen Schuhläden. Vieles ist schon jetzt herabgesetzt. Der entscheidene Begriff ist: vorbeigehen! Bloß nicht rein, bloß nichts anprobieren, auch nicht nur eben mal so, nur um zu schauen, wie's aussieht. Einfach zügig weitergehen...
15. Juni 2018
Der Süden! Dass er irgendwann beginnt, wenn man auf der Route Napoléon nach Grenoble die hohen Berge hinter sich gelassen hat, das wissen wir, seit wir in die Provence fahren. Aber zu Fuß hat man mehr Zeit und Muße, man passt besser auf, man registriert die Veränderung genauer: Nun beginnt er, der Süden - aber wann genau? Und warum? Woran merkt man das? Wir haben die Veränderung an einem einzigen Tag jäh gespürt, gesehen, erkannnt und benannt, ganz plötzlich. Plötzlich, fast von...
05. Juni 2018
Manuel Coronado Gil läuft den E4, den Europäischen Fernwanderweg von Gibraltar nach Zypern, und zwar seit Jahren. Das heißt nicht, dass er noch mehr Zeit hätte als wir. Im Gegenteil, der Spanier arbeitet noch, in jedem Urlaub läuft er zusammen mit Paul - wer Paul ist, würde man vermutlich erfahren, wenn man Manuels Blogbeiträge von Gilbraltar an läse - vier oder fünf Wochen den E4. Wenn der Urlaub vorbei ist, fährt jeder zu sich nach Hause zurück, und im nächsten Urlaub nehmen sie...
03. Juni 2018
Wir haben uns ein Ultraleichtzelt gekauft ( mehr dazu in einem der Folgeblogs). Beim Durchlesen der Produktbeschreibung lernen wir, dass wir "Grammjäger" sind, ein Persönlichkeitsprofil, das uns neu ist. Autogrammjäger, das war man vielleicht mal vor langer Zeit, doch der erinnert eher an verschwitzes Gedrängel vor einer Konzertbühne als an ein Campingzelt. Auch in die preiswerte Haut des Schnäppchenjägers schlüpft jeder gelegentlich mal heimlich, doch Grammjäger und...
25. Mai 2018
Frankreich! In unseren Erinnerungen an frühere Aufenthalte sind das die verwinkelten Gässchen der Provence, pappelgesäumte Alleen in Südfrankreich, ein eleganter Boulevard in Paris oder die verwunschenen Flusslandschaften der Dordogne. Die Skigebiete waren uns als Nicht-Skifahrer weniger vertraut. Und jetzt, da die Schneesaison vorbei ist, breiten sich überall die plattgewalzten Hänge wie zum Trockenen ausgelegte Putzlappen über die Hügel, und die Masten der erstarrten Skilifte ragen...
12. Mai 2018
Wir haben jetzt den Trick raus, wie man am günstigsten nächtigt: immer das grösste, das allergrösste Zimmer nehmen! Und hoffen, dass sonst keiner kommt...So lagen wir die vergangenen Nächte mehrfach zwischen leeren Stockbetten, ohne von Schnarchern, stinkenden Wandersocken oder feierwütigen Youngstern belästigt zu werden. Absolut guter Deal, die "Dortoirs" in den Berghotels, auf Deutsch weniger reizvoll als Massenunterkunft übersetzt, vor allem jetzt in der Vorsaison, wo noch nicht so...
29. April 2018
Vorweg herzlichen Dank für die Geburtstagsglückwünsche! Wie gesagt, ich habe mich zur Feier des Tages in einer Wiese voller wildwachsenden Osterglocken gewälzt. Das hatte ich noch nie in den vorangegangenen 67 Jahren. Den Witz des Tages hat Anja am Tag vorher gebracht, nach acht Stunden Wandern: "Sollen wir nicht reinfeiern?!"
26. April 2018
Die verschneiten Höhen des Schwarzwaldes haben uns abgeschreckt. Wir wollten ja nun nicht durch den Winter, sondern in den Frühling hineinspazieren, und deshalb sind wir vom Europäischen Fernwanderweg E1 nach Westen abgebogen: Hin zum Kaiserstuhl, einer der wärmsten Ecken Deutschlands, was uns erheblich attraktiver erschien als der raue Feldberg. Drei Tagesetappen durch dichte, von der Sonne freundliche erleuchtete Fichtenwälder, vorbei an eiskalten Bächen und moosgrün bezogenen Felsen,...

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