Was machen wir hier eigentlich?

Acht Monate soll diese Wanderung dauern. Das kommt uns selber recht phantastisch vor, deswegen fügen wir stets etwas ungläubig hinzu: Wenn wir es denn schaffen.

Was ist das für eine merkwürdige Zeitspanne, die da vor uns liegt? - Vor ein paar Jahren waren wir einmal fünf Wochen am Stück in Argentinien, der längste Urlaub, den wir je gemacht haben. Aber wenn wir sechs, sieben, acht Wochen oder noch länger geblieben wären, es wäre immer noch Urlaub gewesen. Denn Urlaub ist eine Phase des Nichtstuns zwischen zwei Phasen des Arbeitens. Und diese Phasen haben wir ja nun nicht mehr. Also sind unsere acht Monate kein Urlaub. Aber was sind sie dann?

Wenn wir am Nachmittag unsere Rucksäcke ablegen und uns aus den Wanderstiefeln befreien, sind wir fix und fertig - erschöpfter als wir jemals nach einem Arbeitstag waren. Wenn man dann noch duscht, etwas isst und womöglich noch ein  Weizenbier draufgießt, kracht man ins Bett wie eine von Sturmtief Lothar gefällte Schwarzwaldtanne ins Unterholz. Was sich auch auf die Frequenz unserer Blog-Beiträge auswirkt.

Es sieht also aus wie Urlaub, aber es ist keiner. Man ist fertig wie nach Schwerstarbeit, aber es fühlt sich nie nach Arbeit an. Verausgabung ohne Zweck - auf diese ökonomische Formel ließen sich unsere acht Monate bringen. Und so sinnlos sich das anhört, so vergnüglich ist es: Acht Monate lang durch Europa zu spazieren, einfach so.

Man muss sich übrigens daran gewöhnen. Manchmal fliegt uns der Gedanke an, dass man das ja eigentlich gar nicht darf: Sich so lange nur vergnügen.

Aber solche Gedanken verfliegen glücklicherweise auch ganz schnell wieder.

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Kommentare: 2
  • #1

    Monika (Samstag, 07 April 2018 10:21)

    "Zu schauen kam ich,
    nicht zu schaffen:
    wer wehrte mir Wandrers Fahrt?"

  • #2

    Sophie (Montag, 09 April 2018 07:00)

    Vergnüglich zu leben darf man nicht? Man muss es! So oft das Leben ist erlaubt! Also: vergnügt euch! Und wir lesen eure vergnüglichen Beiträge!